Sonntag, 10. Januar 2016

Sneak Peek - Die Mitte der Welt

Ich lasse den - von mir schon gesichteten und für Neun-von-Zehn-Punkten befundenen - dritten Rico-Film ungern ins Hintertreffen geraten, aber ich gestehe offen: Mit bereits zwei Ricos im Rücken war ich inzwischen ein wenig gespannter auf die Spielfilmadaption von Die Mitte der Welt. Weshalb ich mich an dieser Stelle zu Rico, Oskar und der Diebstahlstein etwas später äußern werde.

Die Mitte der Welt also: Eben habe ich mir die 110 Minuten des Rohschnitts angeschaut. Es stehen noch die üblichen Farbkorrekturen aus, das Sounddesign, einige visuelle Effekt sind gerade in der Mache, und die Musik war oft mehr von Platzhaltern bestimmt als vom späteren originalen Soundtrack; aktuell werden da noch Rechtefragen geklärt. All dessen ungeachtet kann ich jetzt schon behaupten, dass der Film ganz phantastisch geworden ist. You hear me? GANZ UND GAR PHANTASTISCH! Ich bin glücklich und begeistert und sehr, sehr froh; man weiß ja vorher nie – nicht wahr, Forrest? –, was man kriegt. Für meine Begeisterung habe ich Zeugen: Brüderchen Dirk und sein Schnucki haben mitgeschaut. Beide sind genauso hingerissen wie ich.


Jakob M. Erwa, der nicht nur Regie führte, sondern auch fürs Drehbuch verantwortlich zeichnet, hat es geschafft, den im Buch bewusst zeitlos gehaltenen Stoff wie mühelos in die Gegenwart zu holen – und Kinners, ich bin selber Autor: Nichts ist so verdammt anstrengend wie Mühelosigkeit. Jakobs Eingriffe machen sich sprachlich bemerkbar, in der Ausstattung, in den Kostümen und in der Inszenierung (Smartphone-Chats werden zum Beispiel im laufenden Bild eingeblendet, kleine Reminiszenz an den von mir verehrten Sherlock, oder wo auch immer dieses hübsche Mittel erstmals eingesetzt wurde). Ändert dies (wie ich nicht besonders heimlich befürchtet hatte) irgendwas am Inhalt oder an den Figuren? Mitnichten. In Die Mitte der Welt ist alles drin, drum und dran, was mir wichtig ist und was Fans des Romans erwarten werden. Oder fast alles: Rückblenden in die Kindheit von Phil und Dianne finden nur mit ihnen sowie Glass als handelnden Personen statt, auf alle Nebenfiguren wurde verzichtet. Geht auch nicht anders, der Film sollte ja nicht die Fortsetzung von Krieg und Frieden werden.

Ich werde zum Kinostart im Sommer nochmal was Längeres schreiben. Dann kann ich mich auslassen über das clever konstruierte Drehbuch, den inszenatorischen Mut, über die phantastische Kameraarbeit, die so sorgfältige Ausstattung, das (wirklich) grandiose Licht … und über die Schauspieler. Die wunderbaren, wunderbaren, wunderbaren Schauspieler!

Happy!
LZ