Mittwoch, 11. September 2013

Ach Mündlein, könntest du sprechen

Vor einigen Monaten rief mich Barbara König an, meine über alles geschätzte, meine heiß geliebte Lektorin, um mir mitzuteilen, dass sie – irgendwann im späten Herbst – ihren Posten als Programmchefin beim Carlsen Verlag verlassen wird, um die Führung eines eigenen, nagelneuen Verlags anzutreten. Bis sie endlich hinzufügte, dass dieser neue Verlag als Carlsen-Imprint laufen wird, hatte bei mir schon die Schnappatmung eingesetzt … allerdings erst, nachdem ich mir ein Dann gehe ich mit! abgerungen hatte.

Die Lektorin ist die Hohepriesterin unter den Verlagsmitarbeitern. Zu ihr gehst du mit deinen ersten Geistesblitzen und Ideen, mit ihr besprichst du sich in Arbeit befindende Bücher, sie ist es, die sich für deine Belange in die Bresche wirft, um dir zum Schreiben den Rücken frei zu halten. Du lässt dich von ihr trösten, wenn Kritiker dein Werk zerreißen, du feierst mit ihr deine Erfolge - die, selbst wenn sie bloß drei Adjektive aus deinem letzten Text gestrichen hat, immer auch ihre Erfolge sind - und es ist deine Lektorin, die du nachts um drei aus dem Bett klingelst, weil du von einer akuten Depression heimgesucht wirst, aber gerade keine Schokolade (oder keinen Mann) im Haus hast.


Die passende Lektorin zu finden ist vielleicht nicht ganz so schwer wie einen Sechser im Lotto zu erringen, aber die Fünf mit Zusatzzahl dürfte es schon sein. Einen solchen Menschen lässt man nicht einfach ziehen. Meine Lektorin ist der einzige Mensch, der meine Texte vor der Drucklegung zu Gesicht bekommt, wie sie auch der einzige Mensch ist, dem ich vorbehaltlos vertraue: Wenn Barbara König sagt, ich möge diesen oder jenen Absatz aus dem Text schmeißen (in der Regel natürlich genau der, an dem ich Wochen und Monate rumgeschustert habe), dann werfe ich ihn ohne zu zögern raus. Die Frau hat Instinkt. Biss zum Bestseller. Ihren neuen, eigenen Verlag hat sie Königskinder getauft; das ist eine recht mutige Wahl, finde ich. Jammer und Not, beide tot, so heißt es in etwa zum Ende der gleichnamigen Ballade, wenn Prinz und Prinzessin abgesoffen sind. Eventuell sollte man den Kauf von Schwimmflügeln erwägen. Oh, well …

Im Herbst 2014 erscheint meine neues Buch Anders im Verlag Königskinder.
LZ

Samstag, 7. September 2013

Alles auf Anfang


Die Dreharbeiten zum Rico-Spielfilm haben begonnen. Vier Wochen Leipzig, vier Wochen Berlin. Die Premiere findet kommendes Jahr am 10. Juli statt, den Verleih übernimmt 20th Century Fox. Sobald ich grünes Licht habe, poste ich ein paar Szenenbilder sowie Porträts der - sehr goldigen! - Hauptdarsteller. 

Für alle, die Rico nicht kennen: Das Bild oben zeigt a) wo er in Berlin wohnt und b) wie es in seinem Kopf zugeht. Hübsche Idee.

(Okay, da zeigt kein Bild mehr irgendwas; das Foto musste ich entfernen. Bei den Produzenten tobt aktuell die Debatte, was und was noch nicht ins Netz gestellt werden darf - wie es aussieht, momentan leider gar nix.)

Mehr zum Dreh, zum Film und zum Überhaupt (wie in: neues Bilderbuch, neue Übersetzungen, neue Projekte) dann endlich mal nächste Woche. Bin frisch zurück aus dem Urlaub, und sobald der Jet Lag überwunden ist, lege ich los.
LZ